Musselin
Was näht man daraus?
Musselin, ehemals fast ausschließlich als Material für Babyspucktücher bekannt, hat in den letzten Jahren einen enormen Imagewandel durchlebt und ist zu einem absoluten Trendstoff avanciert. Es handelt sich um ein doppellagig gewebtes Baumwollgewebe (Double Gauze), das punktuell miteinander verbunden ist. Dadurch ist der Stoff wunderbar weich, voluminös, extrem saugfähig und atmungsaktiv. Man näht daraus luftige Sommerkleidung, weite Blusen, bequeme Haremshosen, leichte Tuniken und großformatige Halstücher oder Sommerschals. In der Baby- und Kinderausstattung ist er weiterhin für Kuscheltücher, leichte Decken und gemütliche Pumphosen unersetzlich. Die lockere Webart verleiht dem Musselin seine charakteristische, leicht gecrinkelte Struktur, die für einen wunderbar entspannten Boho-Look sorgt und besonders angenehm auf der Haut liegt.
Wie wäscht man ihn?
Musselin ist ein sehr pflegeleichtes Naturmaterial, verändert aber durch das Waschen deutlich seine Struktur. Im Rohzustand ist der Stoff oft noch relativ glatt. Erst durch die Wäsche bei 30 bis 40 Grad zieht sich das Gewebe zusammen und die typische Crinkle-Optik entsteht. Genau deshalb ist das Vorwaschen bei Musselin absolute Pflicht! Schneidet man ihn ungeswaschen zu, ist das Kleidungsstück hinterher garantiert zu klein. Er kann im Schonwaschgang gewaschen werden und ist sogar trocknergeeignet. Der Trockner verstärkt den Crinkle-Effekt sogar noch und macht den Stoff extra flauschig. Das Beste an Musselin: Bügeln ist absolut tabu! Wer den Stoff bügelt, plättet die schöne Struktur. Nach dem Waschen wird das Kleidungsstück einfach ausgeschüttelt und locker aufgehängt – fertig ist der pflegeleichte Sommerlook.
Welche Nadel nutzt man?
Da Musselin keine gestrickte Maschenware, sondern ein feines, unelastisches Gewebe ist, greift man hier zur klassischen Universalnadel. Eine Stärke von 70 oder 80 ist ideal, um das weiche Gewebe nicht zu stark zu durchlöchern. Genäht wird mit einem normalen Geradstich der Nähmaschine (Stichlänge ca. 2,5 bis 3). Die größte Besonderheit bei der Verarbeitung von Musselin ist seine extreme Neigung zum Ausfransen. Die Schnittkanten müssen daher zwingend sorgfältig versäubert werden, idealerweise mit einer Overlock-Maschine oder dem Zickzack-Stich der Nähmaschine. Bei Halstüchern sieht ein feiner Rollsaum als Abschluss besonders edel aus. Da sich der Stoff leicht verzieht, sollten die Nahtzugaben nicht zu knapp bemessen werden (mindestens 1 bis 1,5 cm), damit die Nähte unter Belastung nicht aus dem lockeren Gewebe ausreißen.