Leinen
Was näht man daraus?
Leinen ist ein absolut edler, traditioneller Naturstoff, der aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen wird. Er besticht durch seine leicht unregelmäßige, griffige Struktur und seinen unverwechselbaren matten Glanz. Leinenstoffe haben eine herausragende Eigenschaft: Sie sind extrem atmungsaktiv, nehmen Feuchtigkeit gut auf und haben einen kühlenden Effekt auf der Haut. Deshalb ist Leinen der Inbegriff der Sommermode. Man näht daraus legere Sommerhosen, luftige Kleider, weite Hemden, elegante Blusen und klassische Etuikleider. Neben der Bekleidung ist Leinen auch im Heimtextilien-Bereich extrem beliebt für hochwertige Tischdecken, Servietten, dekorative Kissenbezüge oder leichte Sommervorhänge. Der Stoff strahlt eine lässige Eleganz aus – das typische "Edelknitter"-Muster gehört zum charakteristischen Charme von Kleidungsstücken aus Leinen einfach dazu.
Wie wäscht man ihn?
Leinen ist strapazierfähig, verlangt aber beim Waschen etwas Fingerspitzengefühl. Auch dieser Naturstoff muss zwingend vor dem Nähen gewaschen werden, da er stark einlaufen kann (teilweise bis zu acht Prozent). Gewaschen wird naturfarbenes oder gefärbtes Leinen am besten bei 30 bis 40 Grad im Schonwaschgang mit einem Feinwaschmittel ohne optische Aufheller. Verzichten Sie auf starkes Schleudern, da dies hartnäckige Knickfalten in das Gewebe presst, die sich später nur schwer wieder herausbügeln lassen. Leinen sollte nicht im Wäschetrockner getrocknet werden. Hängen Sie den Stoff stattdessen noch leicht feucht auf. Um die glatte, edle Optik zu erzielen, wird Leinen idealerweise gebügelt, solange der Stoff noch eine Restfeuchtigkeit besitzt, oder mit viel Dampf auf einer hohen Temperaturstufe bearbeitet.
Welche Nadel nutzt man?
Die Verarbeitung von Leinen ist besonders für Anfänger sehr dankbar, da das Gewebe kaum nachgibt, sich nicht verzieht und wunderbar flach unter dem Nähfuß liegt. Zum Nähen reicht eine Standard-Universalnadel in der Stärke 80 oder 90, abhängig von der Dicke des jeweiligen Leinenstoffs. Verwenden Sie ein hochwertiges Polyester-Allesnäher-Garn oder ein passendes Baumwollgarn. Genäht wird mit einem einfachen Geradstich (Stichlänge 2,5 bis 3). Da Leinen relativ grob gewebt ist, neigen die offenkantigen Schnittteile extrem stark zum Ausfransen. Es ist daher unerlässlich, alle Kanten sorgfältig zu versäubern. Dies gelingt am besten und saubersten mit einer Overlock-Maschine oder mit einem breiten Zickzack-Stich der Haushaltsnähmaschine. Bei feinen Leinenblusen eignet sich auch eine französische Naht, bei der die Nahtzugabe unsichtbar im Inneren eingeschlossen wird.