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Kunstleder


Was näht man daraus?

Kunstleder ist die tierfreundliche und oft kostengünstigere Alternative zu echtem Leder. Es besteht meist aus einem textilen Trägergewebe (Gewebe oder Gewirk), das mit einer strapazierfähigen Beschichtung aus Polyurethan (PU) oder PVC versehen ist. Aus weichem Bekleidungs-Kunstleder näht man trendige Jacken, lässige Bikerjacken, enge Hosen, stylische Röcke und schicke Leggings. Festes Kunstleder hingegen ist das Material der Wahl für Taschen, Rucksäcke, Portemonnaies und Gürtel. Auch im Deko- und Polsterbereich wird es extrem geschätzt, etwa für das Beziehen von Sitzkissen, Stühlen oder für robuste Utensilos. Die edle Optik verleiht jedem selbstgenähten Stück einen professionellen, hochwertigen Look, ohne dass man spezielles Sattler-Werkzeug für die Verarbeitung benötigt.

Wie wäscht man ihn?

Im Gegensatz zu Echtleder ist Kunstleder sehr pflegeleicht. Leichte Verschmutzungen lassen sich problemlos mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel abwischen. Ist eine Wäsche unumgänglich, kann Bekleidungs-Kunstleder oft bei 30 Grad im Feinwaschgang in der Maschine gewaschen werden (zwingend auf links gedreht!). Verzichten Sie jedoch komplett auf das Schleudern und auf Weichspüler, da beides die Beschichtung rissig und porös machen kann. Der Trockner ist absolut tabu, die Hitze würde das Material schmelzen lassen. Hängen Sie es am besten tropfnass auf. Bügeln ist bei Kunstleder heikel: Wenn es sich nicht vermeiden lässt, bügeln Sie es ausschließlich von der linken (textilen) Seite bei niedrigster Temperatur und legen Sie ein schützendes Tuch dazwischen, um die PU-Schicht vor dem Schmelzen zu bewahren.

Welche Nadel nutzt man?

Für Kunstleder gibt es spezielle Leder-Nadeln, die eine geschliffene, schneidende Spitze (Schneidspitze) haben. Diese durchtrennen das Material, anstatt es wie normale Nadeln nur zur Seite zu verdrängen. Wichtig: Jeder Stich bei Kunstleder ist endgültig! Einmal gesteckte Nadeln hinterlassen bleibende, sichtbare Löcher. Verwenden Sie zum Fixieren der Schnittteile daher unbedingt Stoffklammern (Wonder Clips) anstelle von Stecknadeln. Nähen Sie mit einem längeren Geradstich (3 bis 4 mm), da zu enge Stiche das Material wie Briefmarkenpapier perforieren und an der Naht abreißen lassen. Falls das Kunstleder unter dem Standard-Nähfuß stoppt und klebt, hilft ein Teflonfuß, ein Obertransportfuß oder ein schmaler Streifen Backpapier, der zwischen Stoff und Nähfuß gelegt und nach dem Nähen abgerissen wird.


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